EW GK 11 – Erläuterung zum Beispiel Nr. 2: Mutter und Kind.
Also, hier nun mal eine kleine Erläuterung zum Beispiel Nr. 2 auf dem Arbeitsblatt:
Erste Variante aus der Sicht des Kindes:
Das Kind schreit. Sobald es dies macht, kommt die Mutter herbei, nimmt es in den Arm und tröstet es. Dies geschieht mehrmals hintereinander. Daher lernt das Kind: Wenn ich schreie, kommt meine Mutter und hält mich lieb / versorgt mich. Das Versorgen kann also im Sinne des operanten Konditionierens als eine positive Verstärkung gesehen werden, da ein angenehmer Reiz auf eine Handlung folgt. Damit wird die Auftretenswahrscheinlichkeit der Handlung “Schreien” erhöht.
Zweite Variante aus der Sicht der Mutter:
Die Mutter hört ihr Kind schreien. Wenn sie zu ihrem Kind hin geht, es in den Arm nimmt und ihm positive Zuwendung schenkt, hört es auf zu schreien. Wenn dies mehrmals hintereinander geschieht, kann ein (unbewusster) Lernprozess bei der Mutter erfolgen. Das Schreien des Babies kann also aus der Sicht der Mutter als ein aversiver (neagtiver) Reiz aufgefasst werden. Im Sinne von Skinner und der operanten Konditionierung handelt es sich hier um eine negative Verstärkung, da ein aversiver Reiz eine Auftretenswahrscheinlichkeit – nämlich das Trösten des Kindes – steigert!
Das Wort “negativ” im Skinnerschen Begriff “negative Verstärkung” kann also so gesehen werden, dass ein negatives (aversives) Ereigniss eine Auftretenswahrscheinlichkeit erhöht.
Die Gefahr besteht also darin, dass das Kind auf Dauer lernt, dass die Mutter immer zum Verwöhnen allzeit bereit steht – es braucht nur kurz zu schreien. Wie würdet ihr der Mutter am effektivsten aus der Misere helfen?
























Susann sagt
am 15. März 2009 @ 11:52
Danke für die Erläuterung!
Zu der Frage, wie man der Mutter am effektivsten aus der Misere helfen würde:
Also, wenn ich ehrlich bin, was am effektivsten wäre.
Aber ich denke, dass die Mutter nicht jedes Mal zu ihrem Kind gehen sollte, wenn es schreit, damit es nicht denkt: “Wenn ich schreie, kommt meine Mutter und hält mich lieb.”
Janina sagt
am 15. März 2009 @ 11:59
Dankeschön…jetzt habe ich das beispiel auch richtig verstanden.
ich würde mich susann anschließen bezüglich der frage wie man der mutter helfen könnte.
Susann sagt
am 15. März 2009 @ 13:26
Was wäre denn am effektivsten?
admin sagt
am 15. März 2009 @ 13:34
Wenn das Baby ständig schreit… Was wäre dann im Sinne des operanten Konditionierens eine mögliche Lösung, damit das Kind weniger schreit?
Susann sagt
am 15. März 2009 @ 13:50
Wäre vielleicht in diesem Sinne die Bestrafung sinnvoll?
Ein angenehmer Reiz wird entzogen oder ein unangenehmer Reiz wird gegeben. Auf jedenfall wird die Verringerung der Verhaltenswahrscheinlichkeit erreicht.
admin sagt
am 15. März 2009 @ 14:26
Ja, klingt doch gut. Was wäre bei einem kleinen Kind / Baby dann sinnvoll im Sinne einer “Bestrafung”?
ute sagt
am 21. März 2010 @ 20:35
also:
DIE ELTERN BRINGEN DES BABY ZU BETT(FREUNDLICH) UND GEHEN:
SIE IGNORIEREN DAS SCHREIEN VOLLKOMMEN
(NACH EINER WOCHE ZEIGT SICH DER ERFOLG).
WÜRDE MAN DIESE BEDINGUNGEN NICHT KONSEQUENT DURCHFÜHREN; WÜRDE SICH DAS VERHALTEN PARTIELL VERSTÄRKEN: ES WIRD LÖSCHUNGSRESISTENT UND LÄNGER BEHALTEN